#81 – Krisen bewältigen mit Mareen Jedro

Atempause Podcast Cover mit Timo Niessner
In dieser Episode spreche ich mit Mareen Jedro über Krisen und wie man diese bewältigen kann.
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KRISEN BEWÄLTIGEN UND DIE EIGENE ESSENZ FINDEN

MAREEN JEDRO IM GESPRÄCH MIT TIMO

In der neuesten Folge des Podcasts „Atempause“ begrüßt Timo einen ganz besonderen Gast: Mareen Jedro. Mareen ist nicht nur eine kreative Lebenskünstlerin, sondern arbeitet heute leidenschaftlich als Rebirthing-Therapeutin und Livecoach. Ihr Weg dorthin war jedoch alles andere als geradlinig. Er war geprägt von tiefen Tälern, körperlichen Blockaden und einer lebensverändernden Entdeckung: der Macht der Atmung.

VON DER LUNGENFUNKTIONSSTÖRUNG ZUR FREIHEIT

Mareens Geschichte beginnt mit einer großen Ironie. Als Kind verbrachte sie unzählige Abende mit Inhalatoren – die Diagnose lautete Asthma. Doch die wahre Herausforderung wartete in Australien auf sie. Ein traumatisches Erlebnis beim Scuba-Tauchen löste eine so heftige Panikattacke aus, dass sie jahrelang unfähig war, Wasser in ihrem Gesicht zu ertragen. Selbst das tägliche Duschen wurde zur Qual, da ihr Körper mit Schnappatmung reagierte.

Es ist faszinierend zu sehen, wie sehr unser Körper traumatische Erlebnisse in der Atmung speichert. Mareen beschreibt, wie eine existenzielle Krise während der Pandemie und das Ende einer langjährigen Beziehung sie schließlich nach Teneriffa führten. Dort begegnete sie zum ersten Mal dem Restorative Breathing und der Methode des Rebirthing.

 

REBIRTHING: WENN DIE ATMUNG ALTE WUNDEN ÖFFNET

Viele Menschen fragen sich: Was passiert eigentlich bei einer Rebirthing-Sitzung? Mareen berichtet von ihrer ersten Erfahrung, die sie als absolut lebensverändernd beschreibt. Obwohl sie bereits acht Jahre lang in psychotherapeutischer Behandlung war, konnte eine einzige Stunde intensiver Atemarbeit Schichten freilegen, die zuvor unberührt blieben.

Wut, Schmerz und tiefe Trauer kamen an die Oberfläche. Es war ein Prozess des Aufbrechens und Reinigens. Timobetont in diesem Zusammenhang, dass emotionale Themen immer auch Körperthemen sind. Wir können jahrelang über unsere Probleme reden, doch oft sitzt die Blockade tief im Gewebe und im Atemmuster fest. Durch das bewusste, verbundene Atmen geben wir diesen Emotionen den Raum, den sie brauchen, um sich endlich aufzulösen.

 

DIE MAGIE DES APNOETAUCHENS UND DER STILLE

Ein weiterer entscheidender Wendepunkt in Mareens Leben war die Entscheidung, sich ihrer größten Angst zu stellen: dem Meer. Trotz ihrer Panik vor dem Abtauchen begann sie mit dem Freediving (Apnoetauchen). Was sie dort fand, war nicht die befürchtete Enge, sondern eine unendliche Ruhe und Erdung.

Beim Apnoetauchen geht es nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um die Verbindung zur eigenen Essenz. Mareen beschreibt den Zustand unter Wasser als eine Form der Meditation, die an das Gefühl im Mutterleib erinnert:

  • Keine äußeren Trigger.

  • Keine Erwartungen.

  • Absolute Stille.

  • Der Blick ist nur nach innen gerichtet.

Heute ist Mareen seit über fünf Jahren frei von Asthma. Es ist ein lebendiger Beweis dafür, wie sehr das Restorative Breathing und die bewusste Arbeit mit der Luft unser körperliches Wohlbefinden transformieren können.

 

DIE REISE ZU SICH SELBST: FLUCHT ODER ANKUNFT?

Ein zentrales Thema im Gespräch zwischen Mareen und Timo ist die Bedeutung von Heimat und dem „Ankommen“. Mareen verbrachte viel Zeit als digitale Nomadin, unter anderem auf Bali. Doch sie erkannte rückblickend, dass ihr ständiges Reisen oft eine Form der Flucht war – eine Flucht vor dem Commitment, vor dem Bleiben und letztlich vor sich selbst.

Die Rückkehr nach Berlin markiert für sie einen neuen Abschnitt. Die Stadt ist dieselbe geblieben, doch Mareen ist eine andere. Sie hat gelernt, dass man den Ort nicht ändern muss, um Frieden zu finden, wenn man die innere Einstellung transformiert. Heute betrachtet sie ihre Wohnung als eine heilige Stätte, einen Rückzugsort voller Rituale, der ihr hilft, die emotionale Sensibilität auch im hektischen Großstadtalltag zu bewahren.

 

SCHUTZRÄUME UND RITUALE IM ALLTAG

Wie behält man diese Sensibilität, wenn man aus der spirituellen Bubble von Bali zurück in den Berliner Asphalt kommt? Mareen setzt auf bewusste Routinen:

  • Persönlicher Schrein: Symbole wie Steine, Palo Santo oder ein kleiner Buddha reisen immer mit ihr.

  • Naturverbindung: Auch wenn der Strand weit weg ist, sucht sie bewusst Parks oder den Wald auf.

  • Perspektivwechsel: Berlin mit den Augen einer Touristin sehen, um die Dankbarkeit für fließendes Wasser und Sicherheit nicht zu verlieren.

Diese kleinen Anker sind essenziell, um die Resilienz zu stärken. Wenn wir uns selbst einen Raum schenken, in dem wir einfach sein dürfen, werden wir widerstandsfähiger gegenüber den negativen Impulsen von außen.

 

BINDUNGSANGST UND DIE HEILUNG IN BEZIEHUNGEN

Mareen spricht im Podcast sehr offen über ein Thema, das viele Menschen betrifft: die Angst vor Bindung. Die Angst, verletzt oder enttäuscht zu werden, hat sie lange Zeit in Bewegung gehalten. Doch eine wichtige Erkenntnis aus ihrer Ausbildung zur Rebirthing-Therapeutin lautet: Bestimmte Traumata und Bedürfnisse können nur innerhalb einer Beziehung heilen.

Sich dieser Verletzlichkeit zu stellen, ist eine der größten Herausforderungen. Mareen nutzt hierfür wieder das Restorative Breathing. Ob in der Badewanne oder in einer stillen Minute am Morgen – das Atmen hilft ihr, aus der Angst heraus in das Vertrauen zu finden. Es geht nicht darum, immer glücklich zu sein. Es geht darum, auch der Wut und dem Schmerz den Raum zu geben, den sie fordern.

 

SELBSTRETTUNG IST KEIN EGOISMUS

Ein wichtiger Punkt, den Timo und Mareen hervorheben, ist die radikale Selbstfürsorge. In unserer Gesellschaft wird es oft als egoistisch angesehen, wenn man sich intensiv mit sich selbst beschäftigt. Doch Mareen stellt klar:

„Wir können niemanden retten, wenn wir selbst zugrunde gehen. Manchmal müssen wir uns erst selbst retten, um die Hand ausstrecken zu können.“

Gerade in Zeiten von Burnout und Depression ist es lebensnotwendig, die eigenen Grenzen zu kennen und auch mal „Nein“ zu sagen. Erst wenn wir unsere eigene Energie regenerieren, haben wir wieder etwas zu geben. Die Atmung ist dabei das unmittelbarste Werkzeug, um sofort ins Hier und Jetzt zurückzukehren.

DEEP DIVE: WAS LIEGT DAHINTER?

Zum Abschluss gibt Mareen den Zuhörern einen wertvollen Impuls mit auf den Weg. Oft fürchten wir uns davor, was bei einer Therapie oder einer Atemsitzung „hochkommen“ könnte. Doch die eigentliche Frage sollte lauten: Was liegt dahinter?

Wenn wir durch den Schmerz hindurchgehen, wenn wir den „Deep Dive“ in die miesen Emotionen wagen, wartet auf der anderen Seite eine neue Form von Freiheit und Lebensfreude. Mareens Botschaft ist klar:

  • Seid mutig.

  • Gebt euch dem Prozess hin.

  • Habt Spaß daran, euer Innerstes zu erkunden.

Das Leben ist eine Welle aus Highs und Lows. Die Kunst besteht darin, die Wellen zu reiten, anstatt vor ihnen wegzulaufen.

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