#192 – Eisige Tiefe, wildes Herz: Eine Woche unter Orcas und Buckelwalen

Atempause Podcast Cover mit Timo Niessner
Diese Folge hält einen Erfahrungsbericht über meine Woche in den Fjorden Norwegens bereit.
Share This Post

Eine woche unter Orcas und Buckelwalen

EIN ERFAHRUNGSBERICHT

Stell dir vor, du liegst in der absoluten Dunkelheit der norwegischen Fjorde. Das Wasser um dich herum ist zwei Grad kalt, dein Körper zittert, und die Sicht ist begrenzt auf das, was das schwache arktische Licht preisgibt. Überall fallen Fischschuppen wie glitzernder Schnee durch die Tiefe. Und dann, plötzlich, spürst du eine Präsenz. Ein riesiger Schatten schiebt sich aus dem Schwarzblau – ein Moment, der alles verändert.

In meiner neuesten Podcast-Folge nehme ich dich mit auf eine Expedition, die mich an meine absoluten Grenzen geführt hat. Es war eine Reise zu den Orcas und Buckelwalen Nordnorwegens, aber vor allem eine Reise zu mir selbst.

Die Überwindung der Komfortzone: Wenn Kälte auf Leidenschaft trifft

Eigentlich bin ich kein Fan von eisigen Temperaturen. Ich liebe die Sonne und warmes Wasser. Doch als sich die Chance bot, in den dunklen Fjorden Norwegens mit den Giganten der Meere zu tauchen, wusste ich: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Diese Expedition war kein Luxusurlaub. Wir lebten auf einem Eisbrecher, fuhren stundenlang in harten Zodiac-Booten durch Schneestürme und verbrachten täglich Stunden in nassen Neoprenanzügen bei -10 °C Außentemperatur. Warum man sich das antut? Weil wahres Wachstum oft erst jenseits der Komfortzone beginnt. Für mich war es die perfekte Gelegenheit, meine Techniken des Restorative Breathing unter Extrembedingungen anzuwenden.

Das Ballett der Giganten: Begegnung mit Orcas und Buckelwalen

Das Ziel der Reise war es, Orcas beim Jagen zu beobachten. Wenn diese intelligenten Raubtiere Heringe in sogenannte „Baitballs“ (Fischschwärme) zusammentreiben, entsteht unter Wasser ein Spektakel, das man kaum in Worte fassen kann.

  • Die Orcas: Wir begegneten Familien von bis zu 17 Tieren. Es ist ehrfurchtgebietend, wenn ein acht Meter langer Bulle – ein „Macho“, wie wir ihn nannten – nur Zentimeter an dir vorbeigleitet.

  • Die Buckelwale (Humpbacks): Mein persönlicher Kindheitstraum. Sie tauchen von unten in die Heringsschwärme auf, reißen ihr riesiges Maul auf und verschlingen Tonnen an Fisch.

 

Der Moment der absoluten Präsenz

An Tag zwei erlebte ich das Highlight der Woche. Ich war allein in der Tiefe, neutral austariert, als vier Buckelwale vor mir auftauchten. Ich hörte ihren Gesang – ein Sound, der nicht nur durch die Ohren, sondern durch den ganzen Körper geht. In diesem Augenblick gab es keine Kamera, kein Display, nur mich und diese majestätischen Wesen.

„Dieser Moment fühlte sich an wie ein Tattoo, das in meine Seele eingebrannt wurde. Eine Präsenz, die so tief geht, dass Worte sie nur unzureichend beschreiben können.“

Mentale Stärke durch Restorative Breathing in extremer Kälte

Die größte Herausforderung war nicht das Tauchen selbst, sondern das Ausharren in der Kälte. Wenn du nass auf einem schnellen Boot sitzt und der Windchill die Temperatur gefühlt auf -20 °C drückt, fängt der Kopf an zu kämpfen. Hier wurde Restorative Breathing zu meinem wichtigsten Anker.

Durch gezielte Atemtechniken gelang es mir:

  1. Die Gefäße offen zu halten: Den Körper trotz der Kälte von innen heraus zu wärmen.

  2. Mental fokussiert zu bleiben: Den Fokus weg vom Frieren und hin zur Vorfreude auf den nächsten Tauchgang zu lenken.

  3. Die Adaption zu fördern: Schon nach zwei Tagen begann mein Körper, sich an die extremen Bedingungen zu gewöhnen.

Was wir von den Orcas über das Leben lernen können

Während ich diese Tiere beobachtete, kam ich ins Grübeln. Wir Menschen sehen uns oft als die Krone der Schöpfung, doch im Wasser sind wir absolut fragil und bedeutungslos. Orcas sind hochintelligent, leben in festen Familienverbänden und brauchen nichts außer Nahrung und ihre Gemeinschaft.

Diese Reise hat mich gelehrt, Demut zu zeigen. Die Wale lassen uns an ihrem Alltag teilhaben, solange wir sie respektieren. Sie brauchen keine Konsumgüter oder künstliche Welten. Sie sind einfach präsent. Diese Erkenntnis nehme ich mit zurück in meinen Alltag: Weniger tun, aber das, was ich tue, mit voller Bewusstheit und Präsenz erleben.

Fazit: Welcher „kalte Ozean“ wartet auf dich?

Eine solche Expedition verändert die Perspektive. Ich bin physisch erschöpft, aber mental fitter denn je zurückgekommen. Träume sind nicht nur zum Träumen da – sie sind dazu da, gelebt zu werden, egal wie kalt das Wasser anfangs erscheinen mag.

Meine Frage an dich: Was ist dein persönlicher „kalter, dunkler Ozean“? Welches Abenteuer schiebst du vor dir her, weil du Angst vor der Kälte oder dem Kontrollverlust hast? Ich kann dir versprechen: Der Sprung ins Unbekannte lohnt sich immer.

Bring deine Atmung auf ein neues Level im wöchentlichen Atempause-Atemtraining oder mit dem kostenlosen 7-Tage-Atemjournal
More To Explore