HOCHFREQUENTES VS. NIEDRIGFREQUENTES ATEMTRAINING:
WELCHER WEG FÜHRT ZU DEINER GESUNDHEIT?
In der heutigen Zeit suchen viele Menschen nach Wegen, um Stress abzubauen, ihre Leistung zu steigern oder einfach wieder mehr bei sich selbst anzukommen. Ein zentraler Schlüssel, der oft unterschätzt wird, liegt direkt unter unserer Nase: unsere Atmung. Doch wer sich mit modernem Atemtraining beschäftigt, stößt schnell auf zwei Extreme: die hochfrequente und die niedrigfrequente Atmung. In dieser Episode tauchen wir tief in die Welt des Restorative Breathing ein und klären, welche Methode wann für dich sinnvoll ist.
Timo betont dabei immer wieder eine wichtige Grundregel: „Slow down.“ Schnelligkeit bringt dich langfristig nicht weiter. Das Ziel ist es, die Atmung so zu beeinflussen, dass sie sukzessive zu einer gesunden, natürlichen Atmungzurückkehrt.
DEIN WOHLGEFÜHL ALS KOMPASS
Egal, ob du eine sportliche Herausforderung suchst oder pure Entspannung brauchst – beides kann gesund sein. Der entscheidende Faktor ist dein eigenes Gefühl. Dein Körper ist die beste Referenz. Wenn du eine Session machst, solltest du dich fragen: Passt es, wie ich sitze oder liege? Atme ich durch die Nase oder den Mund? Folge ich blind den Instruktionen oder höre ich auf meine inneren Signale? Besonders beim Einstieg in das Restorative Breathing ist es wichtig, erst einmal anzukommen und ein Gefühl für das Wohlgefühl zu entwickeln.
KONTRAINDIKATIONEN: WANN VORSICHT GEBOTEN IST
Bevor du blind in eine intensive Atemsession startest, musst du deine körperliche und mentale Ausgangslage kennen. Es gibt sogenannte Kontraindikatoren, die bestimmte Techniken ausschließen oder eine Anpassung erfordern.
Schwangerschaft: Hier ist besondere Vorsicht geboten. Es gibt spezifische Sessions zur Geburtsvorbereitung, aber intensive, hochfrequente Techniken sollten vermieden werden.
Körperliche Einschränkungen: Frische Operationen, nicht ausgeheilte Wunden oder schwere Lungenerkrankungen wie COPD und Asthma erfordern eine gezielte Auswahl der Übungen.
Mentale Gesundheit: Wer sich in einer aktiven Traumatherapie befindet oder Psychopharmaka einnimmt, sollte Atemtraining nur in enger Absprache und mit Fokus auf das Wohlgefühl praktizieren.
Erschöpfungszustände: Bei Fatigue-Syndrom oder Post-Covid kann hochfrequente Atmung oft kontraproduktiv sein und den Gesundheitszustand sogar verschlechtern.
In diesen Fällen ist es entscheidend, die passenden Techniken für die individuelle Situation zu wählen, anstatt sich durch eine Session zu quälen.
HOCHFREQUENTE ATMUNG: DIE ENERGETISCHE AKTIVIERUNG
Wir definieren hochfrequente Atmung als eine Frequenz von mehr als 20 Atemzügen pro Minute. Es geht hierbei um eine bewusste Beschleunigung, die weit über das alltägliche Maß hinausgeht.
WANN IST DIESE METHODE SINNVOLL?
Aktivierung: Wenn du dich schlapp fühlst und einen energetischen Kick brauchst.
Kopf ausschalten: Durch die schnelle Atmung wird der präfrontale Cortex (unser logisches Zentrum) gedrosselt. Wir verlassen die rationale Ebene und tauchen tiefer in unsere Emotionen und den Mandelkernkomplex (Amygdala) ein.
Emotionales Entladen: Hochfrequente Sessions wie „Electric Motion“ helfen dabei, unterbewusste Emotionen an die Oberfläche zu holen und körperlich zu verarbeiten.
Sportlicher Anreiz: Eine intensive Session kann physisch fast so fordernd sein wie ein Workout.
Doch Vorsicht: Hochfrequente Atmung versetzt den Körper in den Sympathikus-Modus (Fight or Flight). Eine ständige Überaktivierung kann für das Nervensystem belastend sein, wenn kein Ausgleich stattfindet.
NIEDRIGFREQUENTE ATMUNG: DER WEG ZUR REGENERATION
Am anderen Ende des Spektrums finden wir die niedrigfrequente Atmung. Hier reduzieren wir die Frequenz auf etwa 3 bis 5 Atemzüge pro Minute oder nutzen Phasen der Apnoe (Luftanhalten).
DIE VORTEILE DER NIEDRIGFREQUENZ:
Parasympathische Aktivierung: Dein Körper schaltet in den „Rest and Digest“-Modus. Das fördert die Regeneration und Entspannung.
Steigerung der Verdauung: Durch die Deaktivierung des Stressmodus wird die Durchblutung im Verdauungstrakt verbessert.
CO2-Toleranz: Durch gezieltes Training der niedrigen Frequenz lernst du, CO2 besser zu tolerieren. Das sorgt für eine effizientere Sauerstoffversorgung deines Gehirns und deiner Gefäße.
Mentale Stärke: Es geht darum, das Gedankenkarussell zu beobachten und zu lernen, auch in Momenten des Luftanhaltens ruhig zu bleiben.
Für viele Menschen, insbesondere bei Vorerkrankungen, ist es oft schon eine Herausforderung, die Atmung überhaupt in den einstelligen Bereich zu bringen. Doch genau hier liegt oft der größte Hebel für die langfristige Gesundheit im Sinne des Restorative Breathing.
DIE BEDEUTUNG DER ATEMTIEFE
Ein häufiger Fehler in Atemsessions ist die Vernachlässigung der Atemtiefe. Wer hochfrequent atmet, neigt oft zu einer flachen Brustatmung. Wer niedrigfrequent atmet, verfällt manchmal in eine gepresste, flache Atmung, die das System stresst.
Das Geheimnis liegt in den 9 Bereichen der Atmung. Wenn du lernst, voll und tief in alle Bereiche ein- und auszuatmen, fällt es dir viel leichter, die Frequenz zu drosseln. Timo erklärt, dass man mit der richtigen Tiefe problemlos auf unter einen Atemzug pro Minute kommen kann, ohne dass Panik aufkommt. Die Tiefe ist das Fundament, auf dem die Frequenz aufbaut.
DER GOLDENE MITTELWEG UND DEIN ZIEL
Es müssen nicht immer die Extreme sein. Zwischen dem energetischen „Kick“ der Hochfrequenz und der tiefen Stille der Apnoe liegt ein breites Feld. Im Restorative Breathing nutzen wir diesen Mittelteil, um sowohl Ruhe zu finden als auch eine leichte Aktivierung zu integrieren.
Bevor du dich für eine Session entscheidest, definiere dein Ziel:
Möchtest du konzentrierter für eine Prüfung sein?
Musst du vor einem Bewerbungsgespräch entspannen?
Soll der Kopf nach einem stressigen Tag einfach mal leer sein?
Willst du deinen Schlaf verbessern?
FAZIT: ZURÜCK ZUR NATÜRLICHEN ATMUNG
Atemtraining ist kein Selbstzweck. Es sollte dich immer dort abholen, wo du gerade stehst. Das ultimative Ziel ist die Rückkehr zu einer natürlichen Atmung im Alltag:
Ein Fokus auf die Ausatmung.
Eine Atemfrequenz im einstelligen Bereich (unter 10 Atemzüge pro Minute).
Die Fähigkeit, Luftanhaltephasen problemlos zu genießen.
Ob hochfrequent oder niedrigfrequent – nutze die Werkzeuge bewusst, aber höre immer auf deinen Körper. Wenn du tiefer einsteigen möchtest, bietet das Abo von Timo über 70 Stunden geführtes Atemtraining, von „Pure Regeneration“ bis hin zu „Electric Motion“.
DEIN NÄCHSTER SCHRITT: Achte heute einmal ganz bewusst auf deine Atemfrequenz im Sitzen. Wie viele Atemzüge machst du pro Minute? Versuche, die Ausatmung sanft zu verlängern und beobachte, wie sich dein Wohlgefühl verändert.
