WIE LANGE SOLLTE EINE BREATHWORK COACH AUSBILDUNG DAUERN?
WAS WIRKLICH SINN MACHT
Die Welt des Breathwork boomt. Überall ploppen neue Angebote auf, und wer selbst Atemcoach werden möchte, steht vor einer riesigen Auswahl. Die Dauer der Ausbildungen variiert dabei extrem: von kompakten Wochenendkursen bis hin zu mehrjährigen Programmen. Doch was macht wirklich Sinn? Ich bin Timo von Restorative Breathing, und in diesem Beitrag möchte ich Licht ins Dunkel bringen und dir helfen, den passenden Weg für deine Reise zu finden.
DIE 5 SÄULEN EINER FUNDIERTEN AUSBILDUNG
Bevor wir uns die verschiedenen Zeitmodelle anschauen, müssen wir verstehen, was eine gute Ausbildung überhaupt beinhalten sollte. Meiner Erfahrung nach – und ich blicke hier auf fast 14 Jahre Praxis zurück – lässt sich eine hochwertige Lehre in fünf zentrale Bereiche unterteilen:
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WISSENSVERMITTLUNG: Das theoretische Fundament über Physiologie und Techniken.
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ERFAHRUNGSAUFBAU: Vor allem die eigene Selbsterfahrung steht hier an erster Stelle.
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LEITEN: Die Fähigkeit, eine Technik sicher anzuleiten.
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HALTEN: Die Kunst, einen energetischen und emotionalen Raum für Teilnehmer zu halten.
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BEGLEITEN: Menschen in ihren individuellen Prozessen empathisch zur Seite zu stehen.
DER 2-TAGE-CRASHKURS: EINE GUTE ERGÄNZUNG, ABER KEINE VOLLWERCOACH-AUSBILDUNG
Ein Wochenendkurs klingt verlockend: Kurz reingehen, Zertifikat mitnehmen und direkt als Coach starten. Doch Hand aufs Herz: In zwei Tagen kann man viel Wissen konsumieren, aber kaum Erfahrung integrieren.
Solche kurzen Formate eignen sich hervorragend als Spezialisierung oder Ergänzung, wenn du bereits ein fundiertes Fundament hast. Wenn es jedoch um hochaktive Atemtechniken geht, die tiefe körperliche und emotionale Prozesse auslösen, reicht ein Wochenende oft nicht aus, um die nötige Sicherheit im Raumhalten zu entwickeln. Wer nur ein Skript “runterbetet”, ohne den Kontext zu verstehen, handelt oft nach Schema F – und das wird der Individualität der Klienten nicht gerecht.
7 BIS 30 TAGE: DER EINSTIEG IN DIE SELBSTERFAHRUNG
Bei einer Dauer von etwa einer Woche oder einem Monat kommen wir langsam in den Bereich, in dem Selbsterfahrungmöglich wird. Bei Restorative Breathing setzen wir für das Level 1 (Essentials) etwa 30 Tage an.
Warum? Weil du Zeit brauchst, um die Techniken erst einmal an dir selbst wirken zu lassen. Erst wenn du gelernt hast, dich selbst durch eine Session zu führen und die funktionale Ebene der Atmung verstanden hast, kannst du beginnen, andere anzuleiten. In diesem Zeitraum lernst du, wie es sich anfühlt, an eigene Grenzen zu kommen und wie man Präsenzbewahrt, ohne in die Prozesse der Teilnehmer hineingezogen zu werden.
3 BIS 6 MONATE: DER "SWEET SPOT" FÜR DIE PROFESSIONELLE ENTFALTUNG
Ein Zeitraum von drei bis sechs Monaten ist ideal, um tief in die Materie einzutauchen. Hier geht es nicht mehr nur um funktionale Übungen, sondern auch um hochintensive Atemsessions, wie wir sie beispielsweise im Bereich “Electric Motion” lehren.
Diese Formate arbeiten oft mit emotionalen Blockaden oder gar Traumata. Um solche Räume sicher halten zu können, musst du deine eigenen Themen kennen. “Practice what you breathe” ist hier das Motto. Ein halbes Jahr gibt dir den nötigen Raum für:
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Reflexion der eigenen Erlebnisse.
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Integration des Gelernten in den Alltag.
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Aufbau einer echten Lehrpraxis (1-zu-1 oder Gruppen).
12 MONATE UND MEHR: DER WEG ZUM MASTER
Für viele ist das “Zero to Hero”-Modell über 12 Monate der nachhaltigste Weg. Das Leben passiert schließlich nebenher – Jobs, Kinder, Alltag. Eine längere Ausbildungsdauer ermöglicht es dir, dein eigenes Tempo zu gehen.
Ein entscheidender Vorteil einer längeren Begleitung ist der Austausch in einer aktiven Community. Du lernst nicht nur von einem Lehrer, sondern lässt dich von verschiedenen Stilen inspirieren. Das Ziel ist es, deinen eigenen Fingerabdruck als Coach zu finden. Du sollst keine Kopie deines Ausbilders sein, sondern deine eigene Sprache und dein eigenes Wording entwickeln.
FAZIT: ZEIT IST DEIN VERBÜNDETER
Eine Ausbildung zum Breathwork Coach ist mehr als nur das Erlernen einer Technik – es ist ein persönlicher Entwicklungsprozess. Kurze Impulse sind wertvoll, aber eine echte Transformation und die nötige Sicherheit für deine zukünftigen Klienten brauchen Zeit. Ob du 3, 6 oder 12 Monate wählst, hängt von deinem Ziel ab. Wichtig ist, dass du dir den Raum gibst, zu wachsen, damit du später als Magnet genau die Menschen anziehst, die zu dir passen.
