#79 – Mehr Energie mit gesundem Darm & starkem Immunsystem mit TastyKaty

Atempause Podcast Cover mit Timo Niessner
In dieser Folge spreche ich mit Katharina Döricht (TastyKaty) über unseren Darm und das Immunsystem.
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MEHR ENERGIE MIT GESUNDEM DARM UND STARKEM IMMUNSYSTEM

IM INTERVIEW MIT TASTYKATY (KATHARINA DÖRICHT)

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Atempause! Ich bin dein Host Timo, und heute tauchen wir tief in ein Thema ein, das oft unterschätzt wird, aber massiven Einfluss auf unser Wohlbefinden, unsere Energie und sogar unsere Atmung hat: die Darmgesundheit. Zu Gast ist die Expertin Katharina Töricht, vielen bekannt als Tasty Katy. Sie ist Ernährungstherapeutin, Buchautorin und spezialisiert auf Ayurveda sowie entzündungshemmende Ernährung. Gemeinsam beleuchten wir, warum der Darm unser „zweites Gehirn“ ist und wie wir mit kleinen Schritten große Veränderungen bewirken können.

DER DARM ALS ZENTRUM UNSERER GESUNDHEIT

Warum ist der Darm eigentlich so wichtig? Katharina erklärt es simpel: Etwa 70 bis 80 % unseres Immunsystems haben ihren Sitz im Darm. Er ist weit mehr als nur ein Verdauungsorgan. Er ist ein komplexes System, in dem Hormone wie das Glückshormon Serotonin gebildet werden. Zudem ist der Darm über den Vagusnerv direkt mit unserem Gehirn verbunden. Diese Darm-Hirn-Achse sorgt dafür, dass unser psychisches Befinden und unsere Verdauung untrennbar miteinander verknüpft sind.

Wenn wir unter Stress stehen, flach atmen oder uns im ständigen Sympathikus-Modus (Flucht oder Kampf) befinden, leidet die Verdauung sofort. Viele kennen das Phänomen: Bei Aufregung bekommt man „Schmetterlinge im Bauch“ oder eben Verdauungsprobleme. Umgekehrt beeinflusst ein kranker Darm unsere mentale Klarheit und unser Energielevel.

 

BALLASTSTOFFE: DAS FUTTER FÜR GUTE BAKTERIEN

Ein zentraler Punkt für einen gesunden Darm ist die Zufuhr von Ballaststoffen. Diese finden wir vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide. Ballaststoffe sind das „Futter“ für unsere guten Darmbakterien. Fehlen diese, entsteht eine Dysbiose – ein Ungleichgewicht der Darmflora.

Krankmachende Bakterien oder Pilze können sich ausbreiten, was zu Entzündungen und chronischen Beschwerden führen kann. Katharina betont jedoch, dass man bei einer Umstellung nicht von Null auf Hundert gehen sollte. Der Darm ist wie ein Muskel, den man trainieren muss. Wer bisher ballaststoffarm gelebt hat und plötzlich riesige Mengen Rohkost isst, wird mit Blähungen und Unwohlsein reagieren.

 

SANFTE UMSTELLUNG STATT RADIKALKUR

Viele Menschen scheitern an einer Ernährungsumstellung, weil sie zu radikal beginnen. Katharina und Timo sind sich einig: Kleine Schritte führen zum Erfolg. Hier sind einige Strategien für einen sanften Übergang:

  • WARME MAHLZEITEN: Gekochtes Essen ist deutlich leichter verdaulich als Rohkost. Besonders am Abend entlastet eine warme Suppe oder Ofengemüse das System.

  • BITTERSTOFFE NUTZEN: In unserer modernen Ernährung wurden Bitterstoffe weitgehend herausgezüchtet. Dabei regen sie die Magensäure und Enzyme der Bauchspeicheldrüse an. Lebensmittel wie Chicorée, Rucola oder Tees aus Löwenzahn und Schafgarbe sind wahre Wunderwaffen gegen Heißhunger und Blähbauch.

  • GEWÜRZE EINSETZEN: Gewürze wie Ingwer, Kreuzkümmel, Kurkuma und Fenchel wirken entkrampfend und unterstützen die Verdauung aktiv.

 

DIE VERBINDUNG VON ATMUNG UND VERDAUUNG

Als Gründer von Restorative Breathing weiß Timo genau, wie wichtig die Regulation des Nervensystems für den Darm ist. Wenn wir gestresst sind, schaltet der Körper die Verdauungsprozesse auf Sparflamme. Wir können die gesündesten Lebensmittel essen – wenn wir dabei im Stressmodus sind, kann der Körper die Nährstoffe nicht optimal aufnehmen.

Durch gezielte Atemübungen aktivieren wir den Parasympathikus. Nur in diesem Zustand der Ruhe kann der Körper „Rest and Digest“ (Ruhen und Verdauen) effektiv ausführen. Katharina berichtet, dass sie selbst durch Meditation und bewusstes Atmen eine enorme Verbesserung ihrer chronischen Schmerzen und Verdauungsthemen erzielt hat. Es geht darum, dem Körper die Betriebstemperatur zu geben, die er für die enzymatischen Prozesse benötigt.

 

GESUNDE ROUTINEN FÜR DEN ALLTAG

Wie startet man nun am besten? Katharina empfiehlt eine einfache, aber effektive Morgenroutine:

  1. WARMES WASSER TRINKEN: Eine große Tasse warmes Wasser (eventuell mit Zitrone) direkt nach dem Aufstehen gleicht den Flüssigkeitsverlust der Nacht aus und regt sanft die Peristaltik an.

  2. ZUNGENSCHABEN & ÖLZIEHEN: Diese ayurvedischen Praktiken helfen, Giftstoffe zu eliminieren und sorgen für ein frisches Mundgefühl.

  3. BEWUSSTE ZEIT: 10 bis 15 Minuten für Atemübungen, leichtes Yoga oder Pilates schenken dem Nervensystem die nötige Stabilität für den Tag.

Timo ergänzt, dass diese kleinen Routinen messbare Erfolge bringen. Wer seinen Körper morgens reguliert, hält seine Sauerstoffsättigung und Konzentrationsfähigkeit bis weit in den Nachmittag stabil, während sie ohne diese Praktiken oft schon gegen 15:00 Uhr rapide abfällt.

DIE PSYCHOLOGIE DER ERNÄHRUNG: WEGLASSEN VS. HINZUFÜGEN

Ein wichtiger Aspekt des Gesprächs ist die mentale Einstellung. Statt sich ständig zu fragen „Was darf ich alles nicht essen?“, sollte der Fokus auf „Was kann ich Gutes hinzufügen?“ liegen. Wer seinen Körper mit hochwertigen Nährstoffen sättigt, verliert automatisch den Heißhunger auf hochverarbeitete Industrieprodukte.

Katharina lebt heute weitgehend frei von Milchprodukten, Gluten und Industriezucker – nicht aus Verzicht, sondern weil sie die neu gewonnene Lebensqualität und Schmerzfreiheit über alles schätzt. Diese Selbstverantwortung ist der Schlüssel. Wir sollten Gesundheit nicht als etwas betrachten, das wir beim Arzt „abgeben“, sondern als etwas, das wir täglich durch unsere Entscheidungen gestalten.

 

FAZIT: JEDE KLEINIGKEIT ZÄHLT

Es muss nicht die perfekte dreistündige Morgenroutine sein. Es muss nicht der komplette Verzicht auf die geliebte Pizza sein. Es geht um die 1%-Methode: Jeden Tag eine kleine, gesunde Entscheidung treffen. Mal eine Station früher aus dem Bus aussteigen, mal zum warmen Wasser statt zum dritten Kaffee greifen oder drei tiefe Atemzüge im Restorative Breathing Stil nehmen, wenn es stressig wird.

Wenn es mal nicht klappt – kein Problem! Der Weg zur Gesundheit ist kein Alles-oder-Nichts-Prinzip. Starte einfach bei der nächsten Mahlzeit oder am nächsten Morgen wieder neu. Dein Darm und dein Immunsystem werden es dir mit mehr Energie und Lebensfreude danken.

Vielen Dank an Katharina für diese tiefen Einblicke! Wenn du mehr über ihre Rezepte erfahren möchtest, schau auf ihrem Blog Tasty Katy vorbei oder hör in ihren Podcast „Natürlich Gesund“ rein. Bleib entspannt, atme tief durch und achte auf dein Bauchgefühl!

Dein Timo

 

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