Lomi-Lomi-Massage – Selbsterfahrung in Berührung
INTERVIEW MIT KATJA KOLLMANN
In der neuesten Folge des Atempause Podcasts begrüßt Timo einen ganz besonderen Gast: Katja Kollmann. Katja ist nicht nur eine erfahrene Lomi-Lomi-Therapeutin, sondern auch Master in Restorative Breathing. Gemeinsam tauchen sie ein in die Welt der hawaiianischen Körperarbeit, die tiefe Verbindung zwischen Berührung und Atem und warum echte Transformation oft erst außerhalb der eigenen Komfortzone beginnt.
WAS IST EIGENTLICH EINE LOMI-LOMI-MASSAGE?
Viele kennen Massagen als rein körperliche Knetkur, um Verspannungen zu lösen. Doch die Lomi-Lomi-Massage ist weit mehr als das. Ursprünglich aus Hawaii stammend, wird sie oft als „Königin der Massagen“ bezeichnet. Katja erklärt im Gespräch mit Timo, dass es sich hierbei um eine ganzheitliche Körperenergiemassage handelt. Gearbeitet wird am gesamten Körper mit viel warmem Öl und fließenden Bewegungen, die an die Wellen des Ozeans erinnern.
Dabei geht es nicht nur um die Muskulatur. Die Lomi-Lomi-Massage arbeitet mit den Meridianen und Energiepunkten des Körpers. Das Ziel? Körper, Seele und Geist wieder in Einklang zu bringen. Katja beschreibt es als eine Form der Energiearbeit, bei der sie Blockaden im Körper spürt und diese sanft durch Berührung und Präsenz lösen kann. In einer Welt, die immer schneller wird, bietet die Lomi-Lomi einen geschützten Raum, um wieder im eigenen Körper anzukommen.
DIE SYMBIOSE AUS BERÜHRUNG UND RESTORATIVE BREATHING
Ein zentraler Aspekt von Katjas Arbeit ist die Verbindung der Massage mit dem Atem. Während ihrer Ausbildung zur Lomi-Lomi-Therapeutin stellte sie fest, wie eng körperliches Loslassen mit der Atmung verknüpft ist. Doch erst durch Restorative Breathing fand sie die wissenschaftliche und praktische Tiefe, die ihre Arbeit heute vervollständigt.
Timo und Katja diskutieren darüber, wie Klienten auf der Massagebank oft unbewusst beginnen, tiefer zu atmen. Diese intensive Verbindung wird durch den Atem getragen. Katja nutzt Techniken aus dem Restorative Breathing, um Menschen nicht nur von außen durch Berührung, sondern auch von innen durch gezielte Atemimpulse zu unterstützen. Es ist wie eine „Massage der inneren Organe“, die hilft, festsitzende Emotionen und Stress abzubauen.
DER WEG VOM KOPF INS GEFÜHL: DIE PERSÖNLICHE ATEMREISE
Katja teilt offen ihre eigene Reise. Als „bodenständige Schwäbin“ suchte sie ursprünglich nach einer Ergänzung zu ihren eher spirituellen Ausbildungen. Sie wollte etwas Fundiertes, Wissenschaftliches – etwas für die „10 % Verstand“, wie sie es nennt. Bei Timo und der Ausbildung zum RB Master Breathwork Coach fand sie genau das: einen Ansatz, der biologisch belegt ist.
Doch die größte Herausforderung war nicht die Theorie. Katja berichtet ehrlich, dass sie anfangs fast sauer auf Timo war, weil er ihr keine starre Vorlage für ihre Sessions gab. Stattdessen forderte er sie auf, ihre eigene Art zu finden und wirklich hinzuspüren. Dieser Prozess führte sie mitten in ihre eigenen Themen wie Selbstwert und Eigenliebe. Heute weiß sie: Wahre Meisterschaft entsteht erst, wenn man aufhört zu kopieren und anfängt, authentisch aus dem eigenen Erleben heraus zu wirken.
WARUM WUNDER AUSSERHALB DER KOMFORTZONE PASSIEREN
Ein wichtiges Thema des Interviews ist das Verlassen der Komfortzone. Katja ist fest davon überzeugt: Wirkliche Veränderung und die „Wunder des Lebens“ finden in der Angstzone statt – dort, wo es unbequem wird. Timo nutzt hier das Bild des „kochenden Frosches“: Wenn wir uns zu sehr an den alltäglichen Stress gewöhnen, merken wir oft gar nicht, wie sehr wir leiden, bis es zu spät ist. Bewusstes Atmen und Körperarbeit wie Lomi-Lomi sind Werkzeuge, um aus diesem „Topf“ herauszuspringen.
EMOTIONALE BLOCKADEN LÖSEN: TRÄNEN, SCHREIE UND DANKBARKEIT
Ein besonders berührender Teil des Gesprächs widmet sich der emotionalen Ebene. Katja erzählt von ihren Erfahrungen bei den Breathwork Days und speziellen Formaten wie Electric Motion. Sie beschreibt, wie sie dort tief sitzende Emotionen loslassen konnte, die sie zuvor jahrelang in „Schubladen“ weggesperrt hatte.
Das Zulassen von Schwäche: Katja berichtet von einer Session, in der sie nur geweint, geschrien und auf den Boden getrampelt hat. In einer Gesellschaft, in der wir oft Masken tragen, war dies ein Akt der Befreiung.
Der Wandel zur Dankbarkeit: Nur drei Wochen später erlebte sie in einer weiteren Session das genaue Gegenteil: Eine tiefe, beseelte Dankbarkeit und das Gefühl, vollkommen auf dem richtigen Weg zu sein.
Timo betont hierbei die Wichtigkeit der Verletzlichkeit. Wenn wir uns erlauben, verletzlich zu sein, öffnen wir den Raum für Veränderung. Es geht nicht darum, die Vergangenheit auszulöschen, sondern die Schubladen zu öffnen und den Inhalt neu zu sortieren.
DER STAUDAMM-EFFEKT: WARUM WIR EMOTIONEN FLIESSEN LASSEN MÜSSEN
Timo vergleicht unterdrückte Emotionen mit einem Staudamm in einem kleinen Bach. Wenn wir verhindern wollen, dass Dinge fließen, müssen wir den Damm immer größer und stabiler bauen. Das kostet unglaublich viel Lebenskraft. Irgendwann bricht der Damm unkontrolliert – oft im falschen Moment.
Katja ergänzt, dass viele körperliche Schmerzen (wie Magen-Darm-Probleme oder ein Kloß im Hals) oft das Ergebnis dieser zurückgehaltenen Energie sind. Durch Werkzeuge wie das Restorative Breathing können wir lernen, diesen Staudamm kontrolliert abzubauen und die Energie wieder in den Fluss zu bringen.
ATEMTECHNIKEN IM ALLTAG: VON PRÜFUNGSANGST BIS RAUCHSTOPP
Katja integriert den Atem heute in alle Lebensbereiche. Sie erzählt von einem elfjährigen Klienten, dem sie mit der Box-Atmung half, seine Prüfungsangst zu bewältigen. Besonders faszinierend ist auch ihre Erkenntnis zum Thema Rauchen. Katja reflektiert, dass das Rauchen für sie früher oft eine unbewusste Form der Atempause war – das tiefe Ein- und Ausatmen. Heute nutzt sie die Techniken des Restorative Breathing, um sich bewusst zu regulieren.
Timo ergänzt dies durch Beobachtungen aus seiner Ausbildung: Viele Teilnehmer hören während des Prozesses spontan mit dem Rauchen auf, weil die Sensibilität für den eigenen Körper so stark steigt, dass die physiologische Belastung durch die Zigarette nicht mehr ignoriert werden kann.
DER WEG ZU SICH SELBST IST EIN KONTINUIERLICHER PROZESS
Zum Abschluss des Gesprächs stellen beide fest: Keiner ist jemals „fertig“. Der Weg zu sich selbst ist eine kontinuierliche Reise mit Wellen und Steinen im Weg. Doch die Bereitschaft, hinzuschauen – bevor der Rucksack voller Steine einen zu Boden zwingt – macht den entscheidenden Unterschied. Das Leben wird schöner, wenn wir uns die Erlaubnis geben, unsere eigene Wahrheit zu sprechen und unseren Körper wieder spüren zu dürfen.
WO FINDEST DU KATJA KOLLMANN?
Wenn du Katjas positive Energie selbst erleben oder eine Lomi-Lomi-Massage bei ihr buchen möchtest, hast du dazu an verschiedenen Orten die Gelegenheit. Ihre Homebase ist Innsbruck, wo sie eng mit einer Frauenärztin kooperiert. Zudem ist sie regelmäßig in Friedrichshafen am Bodensee, in Südtirol und auf verschiedenen Retreats (z. B. auf Fuerteventura) anzutreffen. Alle Links und Kontaktdaten findest du unten in den Shownotes.
