#179 – Selbsterfahrung: Langsam Atmen für Gelassenheit mit Werner Hanselitsch

Atempause Podcast Cover mit Timo Niessner
In dieser Folge spreche ich mit unserem RB® Master Coach Werner Hanselitsch über das Langsame Atmen.
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Selbsterfahrung: Langsam Atmen für Gelassenheit

INTERVIEW MIT WERNER HANSELITSCH

In der neuesten Folge des Atempause Podcasts begrüßt Timo einen ganz besonderen Gast: Werner Hanselitsch. Werner ist nicht nur ein erfahrener Unternehmer, der in den Tiroler Alpen (Obergurgl) Verantwortung für hunderte Mitarbeiter und tausende Gäste trägt, sondern auch einer der Restorative Breathing Master Coaches.

In einem tiefgründigen Gespräch teilen die beiden wertvolle Einblicke darüber, wie die bewusste Arbeit mit dem Atem – insbesondere das verlangsamte Atmen – die Brücke zwischen Hochleistung und innerer Gelassenheit schlägt.

 

DIE ENTDECKUNG DER LANGSAMKEIT IN EINER SCHNELLEN WELT

Werner kam zur Atmung, weil er nach einem „Hobby“ suchte, das er immer und überall ausüben konnte – etwas, das ihn ruhiger, fokussierter und letztlich besser in seinem anspruchsvollen Job macht. Sein Weg führte ihn weg von rein „wegbeamenden“, hochfrequenten Techniken hin zur stabilen Basis von Restorative Breathing.

Der entscheidende Wendepunkt war die Erkenntnis über die Kraft der langsamen Atmung. Während viele moderne Breathwork-Trends auf maximale Intensität setzen, liegt das Fundament für echte Resilienz im sogenannten „Slow Pace Breathing“. Werner praktiziert dies nun seit über drei Jahren täglich – oft im Auto, bei voller Fahrt, während er seinen Atem auf den „goldenen Schnitt“ von etwa 5,5 bis 6 Atemzügen pro Minute senkt.

DAS AUGE DES ORKANS: FOKUS UND PRÄSENZ ALS FÜHRUNGSKRAFT

Ein Bild, das Werner im Gespräch mit Timo prägt, bleibt besonders hängen: Das „Auge des Orkans“. Während im Außen der Sturm des Alltags tobt – E-Mails, Mitarbeiterfragen, touristischer Trubel –, ermöglicht ihm die langsame Atmung, im Inneren vollkommen ruhig und stabil zu bleiben.

„Wenn ich eine gewisse Ruhe ausstrahle und einen Fokus vorlebe, dann nehmen meine Mitarbeiter das mit. Wenn ich nur reagiere, bin ich fremdbestimmt. Durch die Atmung werde ich zum Agierenden.“

Diese Fähigkeit, nicht sofort reflexartig auf Stressoren zu reagieren, sondern bewusst zu entscheiden, wie man antwortet, ist die Essenz der Selbstwirksamkeit. Timo vergleicht dies mit einem Glas Wasser: Ist das Glas durch ständigen Stress (Sympathikus-Aktivität) bereits randvoll, bringt die kleinste Kleinigkeit es zum Überlaufen. Die funktionelle, langsame Atmung hilft dabei, das Glas regelmäßig zu leeren, sodass Raum für bewusstes Handeln entsteht.

DER BERGFÜHRER-MODUS: NACHHALTIGKEIT STATT SPRINT

Timo nutzt im Podcast eine treffende Metapher aus Werners Heimat, den Bergen: Wer einen 3000er besteigen will, darf nicht losrennen wie ein Verrückter. Ein erfahrener Bergführer geht bedacht, Schritt für Schritt, in einem Tempo, bei dem er noch sprechen kann. Er ist adaptiert und teilt seine Energie so ein, dass er oben angekommen noch Reserven für die nächste Gratwanderung hat.

Genau das leistet die tägliche Praxis von Restorative Breathing. Sie verbessert die -Toleranz, optimiert die Durchblutung des Gehirns und sorgt dafür, dass wir am Ende eines Arbeitstages nicht völlig ausgelaugt sind. Es geht nicht um den kurzfristigen Kick, sondern um eine nachhaltige Lebensführung

HOCHFREQUENTES ATMEN: WENN DER ELEFANT RAUM BRAUCHT

Obwohl Werner ein Verfechter der Langsamkeit ist, integriert er auch hochfrequente Sessions wie Electric Motion in sein Leben. Der Unterschied liegt in der Anwendung:

  • Langsame Atmung: Alltagstauglich, erdend, jederzeit (auch beim Autofahren) möglich.

  • Hochfrequente Atmung: Intensiv, lösend, braucht ein geschütztes Setting und Zeit zur Nachbereitung.

Werner beschreibt diese intensiven Sessions als Werkzeug, um „blind Spots“ (blinde Flecken) der eigenen Vergangenheit aufzudecken und emotionale Blockaden zu lösen. Hier ist Mut gefragt. Es geht darum, sich dem zu stellen, was im Inneren schlummert – sei es Freude, Trauer oder alte Muster.

DIE VERANTWORTUNG DES COACHES ALS REISEBEGLEITER

In seiner Rolle als Master Coach sieht Werner sich bei intensiven Atemsessions nicht als „Reiseführer“, der den Weg vorgibt, sondern als „Reisebegleiter“. Die Verantwortung liegt darin, den Raum zu halten und sicherzustellen, dass die Teilnehmer sich behütet fühlen, während sie ihre eigenen inneren Prozesse durchlaufen.

Das Ziel von Restorative Breathing ist es dabei immer, die Menschen zurück in ihre eigene Kraft zu führen. Ob durch Theorie, Praxis oder den Austausch in der Community – die Atmung ist das direkteste Werkzeug, um dem Leben eine „richtige Antwort“ zu geben, wie Werner es in Anlehnung an Viktor Frankl formuliert.

ACHTSAMKEIT ALS GESCHENK DES MOMENTS

Zum Abschluss des Gesprächs zitieren Timo und Werner den weisen Meister Oogway aus Kung Fu Panda:

„Yesterday is history, tomorrow is a mystery, today is a gift, that’s why it’s called present.“

Das langsame Atmen bringt uns genau in dieses „Present“ – in das Geschenk des Augenblicks. Es macht uns aufmerksam für die kleinen Details des Lebens und gibt uns die Freiheit zurück, unser eigener Herr zu sein.

Bring deine Atmung auf ein neues Level im wöchentlichen Atempause-Atemtraining oder mit dem kostenlosen 7-Tage-Atemjournal
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