#124 – Emotionen aus dem Unterbewusstsein befreien

Atempause Podcast Cover mit Timo Niessner
In dieser Episode spreche ich zusammen mit Manuel Guarrera über Emotionen im Unterbewusstsein.
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EMOTIONEN AUS DEM UNTERBEWUSSTSEIN BEFREIEN: DIE REISE ZU DIR SELBST

IM INTERVIEW MIT MANUEL GUARRERA

Hattest du schon einmal das Gefühl, dass dein Körper eine Geschichte erzählt, für die dir die Worte fehlen? In der aktuellen Folge des Atempause Podcasts tauchen Timo und sein Gast Manuel Correra (der „Gravity Coach“ oder „Manolo“) tief in den „Deep Shit“ der menschlichen Existenz ein. Es geht um 40 Jahre Funkstille, die transformative Kraft von Restorative Breathing und die Entdeckung, dass unser Körper ein Archiv für ungelöste Emotionen ist.

EINE BEGEGNUNG NACH 40 JAHREN: WENN DAS UNTERBEWUSSTSEIN ANKLOPFT

Manolo teilt eine Geschichte, die unter die Haut geht: Über vier Jahrzehnte hatte er keinen Kontakt zu einem großen Teil seiner Familie mütterlicherseits. Mit 43 Jahren kam es zur Wiederbegegnung. Diese Erfahrung löste eine Lawine an Gefühlen aus. Timo erkennt sofort das Potenzial dieser Geschichte: Solche tiefgreifenden Erlebnisse sind oft der Auslöser, um den eigenen „emotionalen Keller“ aufzuräumen.

Oft leben wir im Überlebensmodus. Wir funktionieren im Außen, während unser innerer Akku längst auf kritischen 2 % läuft. Um wirklich empathisch für andere zu sein, müssen wir erst lernen, uns selbst wieder zu spüren. Restorative Breathing bietet hierfür den entscheidenden Schlüssel.

 

DIE PHYSIOLOGIE DER ANGST: WARUM WIR DAS ZITTERN VERLERNT HABEN

Ein faszinierender Aspekt des Gesprächs ist der Vergleich mit der Tierwelt. Ein Zebra, das gerade so einem Löwen entkommen ist, fängt an, sich am ganzen Körper extrem zu schütteln. Dieses Zittern ist ein natürlicher Release-Mechanismus des Nervensystems, um den massiven Stress der Todesangst abzubauen.

Wir Menschen hingegen haben gelernt, unsere Emotionen zu unterdrücken. „Männer weinen nicht“, „Reiß dich zusammen“ – diese Glaubenssätze sorgen dafür, dass wir die Energie der Emotion in uns einschließen. Die Folge? Sie lagert sich auf myofaszialer Ebene (in den Faszien) ab. Wir werden steif, unbeweglich und emotional taub.

 

RESTORATIVE BREATHING: DER SCHLÜSSEL ZU DEINEN INNEREN DROGEN

Timo erklärt im Podcast, wie wir durch spezifische Atemtechniken Zugang zu Zuständen erhalten, die normalerweise nur durch psychedelische Substanzen wie Ayahuasca oder körpereigenes DMT erreicht werden.

 

DER HOCHFREQUENTE MODUS

Durch eine hochfrequente Atmung verändern wir das chemische Milieu in unserem Blut. Der CO2-Spiegel sinkt, die Gefäße verengen sich leicht, und die Aktivität im präfrontalen Kortex – unserem rationalen Kontrolleur – nimmt ab.

Was dann passiert, beschreibt Timo als „den geilsten Film, den du je gesehen hast“:

  • Zeitreisen in die eigene Kindheit oder sogar zur eigenen Geburt.

  • Transpersonale Erfahrungen, die über das eigene Ich hinausgehen.

  • Ein massiver Emotional Release, bei dem Schmerz, Wut oder Trauer einfach abfließen.

Das Besondere: Im Gegensatz zu einem Drogentrip behältst du beim Restorative Breathing die Kontrolle. Du kannst dich jederzeit über die Veränderung deiner Atmung aus der Intensität herausziehen oder tiefer eintauchen.

 

DIE BRÜCKE ZWISCHEN KÖRPER UND GEIST: FUNKTIONELLES TRAINING

Manolo bringt seine Expertise als Coach ein und bestätigt: Wenn wir emotional belastet sind, ist der Körper „bretthart“. Ein Handstand oder komplexe Überkopfbewegungen sind dann kaum möglich, weil der Brustkorb buchstäblich dichtmacht.

Timo und Manolo sind sich einig: Bewegung ist Atmung und Atmung ist Bewegung. Wenn wir den Brustkorb öffnen, schaffen wir Raum – nicht nur für die Lunge, sondern auch für den Geist. Wer sich physisch aufrichtet und den Blick hebt, verändert seine gesamte Wahrnehmung der Welt. Es ist kein esoterisches Gerede, sondern gelebte Biomechanik.

 

EIN NEUES UNIVERSUM IN DIR SELBST

In intensiven Sessions kann es passieren, dass man völlig das Zeitgefühl verliert. Zwei Stunden fühlen sich an wie zehn Minuten. Manolo beschreibt, wie er nach einer Session völlig durchgeschwitzt, aber mit einer unglaublichen Leichtigkeitauf der Matte lag. Trotz der massiven körperlichen Anspannung während des Prozesses gab es danach keinen Muskelkater. Warum? Weil es kein rein muskuläres Ereignis war, sondern eine Lösung auf faszialer und energetischer Ebene.

 

WARUM EIN SICHERER RAHMEN ENTSCHEIDEND IST

Da beim Restorative Breathing sehr tiefe Themen (bis hin zu Missbrauchstraumata oder existenziellen Ängsten) hochkommen können, betont Timo die Wichtigkeit eines professionellen Settings. In seinen Ausbildungen und Seminaren wird sichergestellt, dass erfahrene Therapeuten und Sitter bereitstehen, um diesen „Deep Shit“ aufzufangen.

 

DEIN UNTERBEWUSSTSEIN IST EIN HAUS

Timo nutzt ein schönes Bild: Dein Unterbewusstsein ist wie ein Haus. Du kannst durch den Schornstein kommen (wie der Weihnachtsmann), durch die Katzenklappe schlüpfen oder einfach vorne an der Tür klingeln. Ob du über den Körper (Bewegung), den Geist (Dialog) oder die Seele (Atmung) einsteigst – wichtig ist nur, dass du dich traust, die Tür zu öffnen.

FAZIT: DIE KRAFT DER ENTSCHEIDUNG

Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Folge: Emotionen verändern die Atmung, aber die Atmung kann auch Emotionen verändern. Du bist kein Opfer deiner unterbewussten Programme. Du hast mit deiner Atmung ein Werkzeug in der Hand, um dich jederzeit neu zu regulieren und zu befreien.

Timo erinnert uns daran: Das Leben ist ein Spielplatz. Wir werden uns Narben holen, aber diese Narben sind die Tattoos unserer Erfahrung. Es ist Zeit, frei zu atmen.

 

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