Q&A
Deine Fragen, meine Antworten zur Atmung
Herzlich willkommen zu einer ganz besonderen Episode! Ich bin Timo und heute dreht sich alles um euch. In dieser Q&A-Runde beantworte ich die brennendsten Fragen aus unserer Community, die uns via Instagram und Newsletter erreicht haben. Wir tauchen tief ein in die Welt des Restorative Breathing, räumen mit Mythen über das Luftanhaltenauf und schauen uns an, was wir von der natürlichen Atmung der Babys lernen können.
WARUM ATME ICH BEI STRESS FAST GAR NICHT MEHR?
Eine Frage, die mich per E-Mail erreichte, beschreibt ein Phänomen, das viele kennen: In stressigen Momenten scheint der Atem einfach stocken zu bleiben. Doch woran liegt das?
Wenn wir negativen Stress empfinden, reagiert unser Körper mit einer massiven Körperspannung. Der erste Dominostein, der fällt, ist oft die Bauchmuskulatur. Wir spannen den Bauch unbewusst an, was die natürliche Zwerchfellatmung blockiert. Da der horizontale Bereich dicht ist, switchen wir automatisch in eine flache Brustatmung.
Häufig geht die Anspannung noch weiter: Die Fäuste ballen sich, der Kiefer verkrampft und der Nacken wird steif. Wir befinden uns in einer Art Schockstarre. In diesem Moment halten wir inne und bauen einen enormen inneren Druck auf. Das Problem dabei ist, dass durch das Stocken der Atmung der CO2-Spiegel im Blut steigt. Da wir dieses Gefühl oft mit Gefahr oder Angst koppeln, entsteht ein Teufelskreis: Der Körper wird noch unruhiger, was den Stress weiter befeuert.
Mein Tipp: Versuche in solchen Momenten aktiv den Körper zu entspannen. Schließe die Augen, lockere die Bauchmuskeln und konzentriere dich auf die horizontale Atmung. Sobald du das Zwerchfell wieder aktivierst, signalisierst du deinem Nervensystem, dass keine unmittelbare Gefahr besteht.
WIE HAT SICH TIMOS ATMUNG DURCH DIE VATERSCHAFT VERÄNDERT?
Seit nunmehr neun Monaten bin ich Papa, und ja, das hat meine persönliche Routinen beeinflusst. Der Schlaf ist kürzer und das frühe Aufstehen fällt schwerer. Doch die spannendste Veränderung findet direkt im Kontakt mit meinem Sohn statt.
Mein Sohn ist für mich zu einem Live-Spiegel geworden. Wenn er auf mir liegt, nutze ich die Atmung, um uns beide zu regulieren. Ich arbeite mit tiefen, langsamen Atemzügen oder sanften Brummtönen. Diese Ruhe überträgt sich wie eine Welle auf ihn. Es ist faszinierend zu sehen, wie schnell ein Kind auf die energetische und körperliche Verfassung der Eltern reagiert.
Ich reflektiere heute viel mehr: Bin ich gerade im Außen? Bin ich in der Zukunft oder Vergangenheit? Die Atmung ist mein Anker, um ganz im Moment zu sein. Die Vaterschaft hat meine Achtsamkeit für den eigenen mentalen Zustandmassiv geschärft.
KANN LUFTANHALTEN ZU HIRNSCHÄDEN FÜHREN?
Diese Frage besorgt viele Anfänger im Atemtraining. Die kurze Antwort lautet: Im Normalzustand und im Trockenen ist das extrem unwahrscheinlich.
Unser Körper hat einen eingebauten Schutzmechanismus. Bevor es zu einer echten Unterversorgung kommt, würden wir schlichtweg kurz in Ohnmacht fallen – wie ein Fernseher auf Standby. Sobald wir das Bewusstsein verlieren, setzt der natürliche Atemreflex wieder ein und wir kommen zurück. Untersuchungen an Profi-Apnoetauchern, die über Jahre hinweg extreme Blackouts erlitten, zeigten keine langfristigen Hirnschäden.
ABER: Es gibt wichtige Sicherheitsregeln!
Niemals allein im Wasser: Übe das Luftanhalten nur im Liegen oder Sitzen an Land. Ein Blackout im Wasser führt ohne Sicherung zum Ertrinken.
Vorsicht bei Hyperventilation: Wer sehr schnell und tief atmet (Hyperventilation) und danach mit vollen Lungen die Luft anhält, geht ein Risiko ein. Durch die schnelle Atmung verengen sich die Gefäße. Atmet man dann maximal ein und hält den Druck, steigt der Blutdruck in den verengten Gefäßen massiv an. Das kann das Risiko für Schlaganfälle erhöhen.
Die goldene Regel: Nach hochaktiven Atemübungen immer ausgeatmet die Luft anhalten! Bei ruhigen Techniken ist das Einatmen und Halten hingegen unbedenklich.
WAS KÖNNEN WIR VON DER ATMUNG DER BABYS LERNEN?
Babys sind wahre Meister der natürlichen Atmung. Wenn man sie beobachtet, sieht man eine perfekte 360-Grad-Atmung. Der Brustkorb bleibt vollkommen ruhig, während sich der Bauch und die Flanken rhythmisch bewegen. Das ist die reine Zwerchfellarbeit, die wir Erwachsenen oft durch Stress und schlechte Haltung verlernt haben.
Ein weiterer spannender Punkt ist die Nasenatmung. Babys atmen fast ausschließlich durch die Nase. Erst bei extrem hoher körperlicher Belastung kommt der Mund hinzu – aber sie nutzen dann beides. Viele Erwachsene verlernen das und atmen bei Belastung nur noch durch den Mund, was die Regeneration verschlechtert.
Wir können uns von Babys abschauen, wie Emotionen direkt in den Atem fließen. Sie unterdrücken nichts. Wenn sich die Emotion ändert, ändert sich die Atmung. Dieser Kreislauf zwischen Kopf, Körper und Atem ist bei Kindern noch vollkommen intuitiv. Unser Ziel beim Restorative Breathing ist es, genau diese ursprüngliche Gelassenheit und Effizienz zurückzugewinnen.
DEIN WEG ZU MEHR RESILIENZ UND VITALKAPAZITÄT
Die Atmung ist das mächtigste Werkzeug, das du immer bei dir trägst. Egal ob du deine Vitalkapazität erweitern, Stress abbauen oder einfach mehr bei dir selbst ankommen möchtest – alles beginnt mit dem ersten bewussten Atemzug.
Wenn du tiefer einsteigen willst, schau dir unsere Angebote an:
Essentials Kurs: Der perfekte Einstieg für die Grundlagen.
Teacher Trainings: Für alle, die das Wissen weitergeben wollen.
Deep Shit Kurs: Unser Intensivkurs für maximale Tiefe.
Besuche uns auf restorative-breathing.org und lade dir unser kostenloses Atem-Journal herunter. Dort findest du auch alle Infos zu unseren wöchentlichen Live-Atempausen.
Bleib entspannt und atme tief durch. Dein Timo
