#205 – Process Interview mit Josha Kuhn: Durch Breathwork echte Zufriedenheit finden

Atempause Podcast Cover mit Timo Niessner
In dieser Episode spreche ich mit Josha Kuhn darüber, wie man durch Breathwork echte Zufriedenheit finden kann.
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VON AUSSEN NACH INNEN: WIE DU DURCH BREATHWORK ECHTE ZUFRIEDENHEIT FINDEST

Interview mit Josha Kuhn

In der heutigen schnelllebigen Welt suchen wir Bestätigung oft im Außen. Karriere, Status, sportliche Erfolge oder der perfekte Social-Media-Auftritt sollen uns das Gefühl geben, „genug“ zu sein. Doch was passiert, wenn man alles erreicht hat und die innere Leere trotzdem bleibt? In der neuesten Folge des Atem.Pause Podcasts spricht Timo mit Josha Kuhn – Softwareentwickler, Familienvater und Master-Student im Bereich Restorative Breathing. Gemeinsam ergründen sie die Reise vom Leistungsdruck hin zur inneren Zufriedenheit und wie die Arbeit mit dem Atem als Spiegel der Seele fungiert.

DER SPIEGEL DES ATEMS: WENN ERFOLG NICHT AUSREICHT

Josha Kuhn führt ein Leben, das viele als ideal bezeichnen würden: Mit 33 Jahren ist er verheiratet, Vater von drei Kindern und beruflich als Softwareentwickler erfolgreich. Er ist sportlich aktiv, arbeitet als Klettertrainer und Videograf. Doch trotz dieser Fülle an äußeren Erfolgen fehlte etwas Entscheidendes: die echte Zufriedenheit.

Das späte Nachholen eines Studiums sollte die letzte Lücke füllen, die vermeintliche „Vollendung“ bringen. Doch während einer intensiven Breathwork-Session bei Timo kam die harte Erkenntnis: Auch ein weiterer Titel macht nicht glücklicher. Die Atemarbeit hielt Josha einen Spiegel vor, der zeigte, dass er auf dem besten Weg zum Burnout war, da er seine Erfüllung nur in erledigten Aufgaben und externer Legitimation suchte.

DIE FUCK IT SESSION: AN DIE EIGENEN GRENZEN GEHEN

Ein Wendepunkt in Joshas Reise war die sogenannte „Fuck it Session“. Hierbei handelt es sich um ein hochintensives Training, das die CO2-Toleranz und die Zwerchfellarbeit massiv herausfordert. Das Ziel dieser Sessions ist es nicht primär, eine Übung perfekt zu beenden, sondern den Kopf auszuschalten.

Timo erklärt, dass es darum geht, das Prinzip „Scheiß drauf“ zu verinnerlichen. Wenn der Körper ans Limit kommt, triggert das oft alte Muster: den Drang, besser zu sein, Statistiken zu vergleichen oder sich durch die Leistung zu definieren. Die eigentliche Lektion liegt jedoch darin, den Leistungsdruck loszulassen und zu akzeptieren, dass man auch dann wertvoll ist, wenn man die Übung nicht „schafft“.

EXTERNE BEWERTUNG VS. INNERE PERSPEKTIVE

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Frage: „Was ist eigentlich gut?“ In unserer Gesellschaft sind wir darauf konditioniert, in Zahlen und Fakten zu denken. Wie schnell war die Laufzeit? Wie lange konnte die Luft angehalten werden? Josha berichtet von seiner Erfahrung mit High-Intensity-Workouts wie Freeletics, bei denen der ständige Vergleich mit anderen im Vordergrund steht.

Durch Restorative Breathing lernte er jedoch, diesen Fokus zu verschieben. Anstatt zu fragen, wie viel Training nötig ist, um „gut“ zu sein, geht es darum zu spüren, was der eigene Körper im Moment braucht. Der Sprung von der externen Bestätigung zur inneren Wahrnehmung ist entscheidend, um aus dem Hamsterrad der ständigen Selbstoptimierung auszusteigen.

ATEMFASTEN UND DER BEWUSSTE VERZICHT

Passend zur aktuellen 7-Tage-Atem-Fasten-Challenge diskutieren Timo und Josha über die Kraft des Verzichts. Verzicht bedeutet in diesem Kontext nicht nur das Weglassen von Nahrung, sondern vor allem das Schaffen von Raum für Selbstreflexion.

Besonders das Thema Smartphone-Sucht kam zur Sprache. Erschreckende 80 % der Teilnehmer von Challenges geben an, auf ihr Handy verzichten zu wollen. Josha hat für sich entschieden, das Smartphone morgens erst nach seiner ersten Atemsession in die Hand zu nehmen. Dieser bewusste Verzicht stärkt die Autonomie und verhindert, dass man den Tag bereits fremdbestimmt und reaktiv beginnt.

GELASSENHEIT IM BERUFSALLTAG EINES IT-PROFIS

Wie überträgt man diese tiefen Erfahrungen in einen stressigen Job? Als Softwareentwickler in der Pharmabranche trägt Josha viel Verantwortung. Früher identifizierte er sich stark über die pünktliche und budgetgerechte Abwicklung von Projekten.

Heute bemerken Kunden und Kollegen eine Veränderung: Josha bleibt ruhig, selbst wenn Projekte schieflaufen oder Termindruck herrscht. Durch Techniken des Restorative Breathing hat er gelernt, in Stressmomenten innezuhalten. Er fragt sich aktiv:

  • Wie atme ich gerade?

  • Halte ich die Luft an, während ich E-Mails lese?

  • Was lasse ich emotional an mich heran?

Dieser Perspektivwechsel ermöglicht es ihm, fokussiert zu bleiben, ohne sich gesundheitlich aufzureiben.

DIE SELBSTBESTIMMUNGSTHEORIE: DER WEG ZUM GLÜCK

Josha schlägt die Brücke zur psychologischen Forschung, insbesondere zur Selbstbestimmungstheorie von Ryan und Deci. Wahre Zufriedenheit entsteht demnach durch drei Faktoren:

  1. Autonomie: Das Gefühl, selbstbestimmt handeln zu können.

  2. Kompetenz: Die Erfahrung, dass man Dinge meistern kann und Fortschritte macht.

  3. Soziale Eingebundenheit: Das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein.

Breathwork unterstützt vor allem die Autonomie. Wenn wir lernen, unseren Atem und damit unsere physiologische Reaktion auf Stress zu steuern, gewinnen wir die Wirksamkeit über unser eigenes Leben zurück. Wir sind nicht mehr Opfer unserer Umstände, sondern aktive Gestalter unseres Wohlbefindens.

ELTERNSCHAFT UND EMOTIONALE FREIHEIT

Ein besonders emotionaler Teil des Gesprächs widmet sich der Rolle als Vater. Josha und Timo sind sich einig: Die Zeit mit kleinen Kindern ist kostbar und kommt nie wieder. Breathwork hilft dabei, in chaotischen Momenten – wenn die Kinder laut sind und die Nerven blank liegen – nicht einfach nur zu reagieren, sondern präsent zu bleiben.

Es geht darum, den Kindern eine gesunde Emotionsregulation vorzuleben. Wenn ein Kind weint, sollte man dieses Gefühl nicht sofort unterdrücken oder verneinen („Ist doch nicht so schlimm“), sondern Raum dafür geben. Nur wer lernt, seine eigenen Gefühle durch Techniken wie das Atmen anzunehmen, kann dies auch der nächsten Generation weitergeben. So durchbricht Restorative Breathing alte familiäre Muster und schafft eine Basis für echte emotionale Freiheit.

Bring deine Atmung auf ein neues Level im wöchentlichen Atempause-Atemtraining oder mit dem kostenlosen 7-Tage-Atemjournal
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