#184 – Atembox & Atemtechniken für Kinder und Jugendliche – Interview mit Heidi Trütsch

Atempause Podcast Cover mit Timo Niessner
In dieser Folge spreche ich mit Heidi Trütsch über Atemtechniken für Kinder und Jugendliche.
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Atembox & Atemtechniken für Kinder und Jugendliche

INTERVIEW MIT HEIDI TRÜTSCH

In einer Welt, die immer schneller wird, stehen unsere Kinder und Jugendlichen unter einem enormen Druck. Social Media, Leistungsdruck in der Schule und der ständige Vergleich mit anderen hinterlassen Spuren im Nervensystem. Doch was, wenn die Lösung für mehr Gelassenheit direkt unter unserer Nase liegt? In der neuesten Podcastfolge spricht Timo mit der Expertin Heidi Trütsch darüber, wie Restorative Breathing Jugendlichen helfen kann, Stress zu regulieren und ihre mentale Gesundheit zu stärken.

WARUM ATEMARBEIT FÜR JUGENDLICHE JETZT WICHTIGER IST DENN JE

In einer Welt, die immer schneller wird, stehen unsere Kinder und Jugendlichen unter einem enormen Druck. Social Media, Leistungsdruck in der Schule und der ständige Vergleich mit anderen hinterlassen Spuren im Nervensystem. Doch was, wenn die Lösung für mehr Gelassenheit direkt unter unserer Nase liegt? In der neuesten Podcastfolge spricht Timo mit der Expertin Heidi Trütsch darüber, wie Restorative Breathing Jugendlichen helfen kann, Stress zu regulieren und ihre mentale Gesundheit zu stärken.

DIE KRAFT DER NEUROPLASTIZITÄT: ATEM ALS ANKER IM GEHIRN

Ein zentrales Thema in Heidis Arbeit ist die Neuroplastizität. Das jugendliche Gehirn befindet sich in einem massiven Umbauprozess. In dieser Zeit ist es besonders einfach, neue neuronale Verbindungen zu knüpfen. Wenn Jugendliche lernen, ihren Atem bewusst als Werkzeug einzusetzen, festigen sich diese Bahnen.

„Wenn man etwas immer und immer wieder macht – zum Beispiel die Nasenatmung – dann wird es irgendwann zum Standard“, erklärt Heidi. Durch gezielte Techniken können Jugendliche lernen, ihr Nervensystem aktiv zu beeinflussen. Das gibt ihnen ein Gefühl von Selbstwirksamkeit in einer Lebensphase, in der sie sich oft fremdbestimmt fühlen.

DIE ATEMBOX: EIN WERKZEUGKASTEN FÜR DEN ALLTAG

Heidi hat in ihrer Masterarbeit ein spezielles Tool entwickelt: die Atembox. Diese Box ist kein physischer Kasten, sondern eine Sammlung von sechs einfachen, effektiven Techniken, die Jugendliche in stressigen Situationen abrufen können.

DIE WICHTIGSTEN TECHNIKEN DER ATEMBOX:

  1. NASENATMUNG: Die Basis für alles. Heidi sensibilisiert Jugendliche dafür, die Mundatmung zu stoppen, um den Körper physiologisch zu beruhigen.

  2. BAUCH-ZWERCHFELL-ATMUNG: Viele Teenager ziehen den Bauch ein, um einem Schönheitsideal zu entsprechen. Die Atembox lehrt sie, wieder tief in den Bauch zu atmen, um das parasympathische Nervensystem zu aktivieren.

  3. KOHÄRENTE ATMUNG: Ein gleichmäßiger Rhythmus, der Herz und Atmung in Einklang bringt.

  4. HUMMING (SUMMEN & BRUMMEN): Eine einfache Methode, um den Vagusnerv zu stimulieren und sofortige Entspannung zu erfahren.

  5. BOX BREATHING: Ideal vor Prüfungen, um den Fokus zu schärfen und die Nervosität zu lindern.

  6. VERLÄNGERTE AUSATMUNG: Der Fokus liegt hier ganz auf dem Loslassen, was besonders beim Einschlafen hilft.

PRAKTISCHE TIPPS FÜR ELTERN, LEHRER UND COACHES

Timo und Heidi sind sich einig: Man kann Jugendliche nicht zur Entspannung zwingen. Atemarbeit muss auf Freiwilligkeit basieren. Wie können wir sie also trotzdem unterstützen?

  • VORLEBEN STATT PREDIGEN: „Practice what you preach.“ Wenn Kinder sehen, dass die Eltern in stressigen Momenten bewusst atmen oder selbst Restorative Breathing praktizieren, ahmen sie dieses Verhalten eher nach.

  • TOOLS ANBIETEN, NICHT AUFDRÄNGEN: Heidi empfiehlt, die Anleitungen (wie die Atembox) einfach zugänglich zu machen – zum Beispiel laminiert im Kinderzimmer. So können die Jugendlichen das Tool nutzen, ohne groß fragen zu müssen.

  • AKTIVIERUNG VOR ENTSPANNUNG: Oft brauchen junge Menschen erst eine Phase der Aktivierung (z.B. intensivere Atemübungen oder Bewegung), um danach wirklich in die Stille gehen zu können.

  • DEN ALLTAG NUTZEN: Atemübungen müssen nicht 30 Minuten dauern. CO2-Toleranztraining beim Gassigehen mit dem Hund oder kurzes Summen im Auto lassen sich perfekt integrieren.

VISION FÜR DIE ZUKUNFT: ATEM IM STUNDENPLAN

Heidis Vision ist es, das Wissen über Restorative Breathing direkt dorthin zu bringen, wo der Stress entsteht: in die Schulen, Gymnasien und Berufsschulen. Ein paar Lektionen über die Funktionsweise des Atems könnten für viele Jugendliche ein „Tool fürs Leben“ sein. Es geht darum, ihnen die Kontrolle über ihre eigene Physiologie zurückzugeben.

Ob bei Prüfungsangst, Einschlafproblemen oder dem ganz normalen Gefühlschaos der Pubertät – der Atem ist der treueste Begleiter, den wir haben. Wir müssen den Jugendlichen nur zeigen, wie sie ihn nutzen können.

 

ÜBER HEIDI TRÜTSCH

Heidi ist RB Master Breathwork Coach und betreibt das „Yogaversum“ in der Schweiz (Kanton Schwyz). Sie verbindet ihr Wissen aus dem Yoga mit moderner Atemwissenschaft, um speziell junge Menschen in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

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