#159 – Deine Atempraxis – So kreierst du Atemsessions mit Tiefgang

Atempause Podcast Cover mit Timo Niessner
In dieser Folge tauchen wir tief ein in die Welt der Atmung und zeigen dir, wie du deine ganz persönliche Atemroutine entwickeln kannst.
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Deine Atempraxis

So kreierst du Atemsessions mit Tiefgang

Vielleicht stehst du noch ganz am Anfang deiner Reise mit der Atmung und fragst dich, wie du deine eigenen Sessions sinnvoll strukturieren kannst. Oder du arbeitest bereits als Coach und möchtest deinen Klienten gezielte Übungen mitgeben, um deren persönliche Ziele zu erreichen – sei es für mehr innere Ruhe, einen klaren Kopf, besseren Schlaf oder eine angeregte Verdauung.

Doch wie oft, wie tief und wie lange sollte man eigentlich trainieren? In dieser Folge erfährt du von Timo, wie du den Grundstein für eine nachhaltige Praxis legst und welche Bereiche der Atmung du dabei unterscheiden solltest.

 

DIE VIER SÄULEN DEINER ATEMPRAXIS

Bevor du mit spezifischen Übungen startest, solltest du dir eine entscheidende Frage stellen: Was brauche ich gerade wirklich? Oder, falls du Coach bist: Was benötigen die Menschen, die ich begleite? Um Struktur in das Thema Breathwork zu bringen, unterteilt Timo das Training in vier wesentliche Bereiche:

  1. FUNKTIONELLE ATMUNG: Die Basis – vitale Lungenkapazität, Flexibilität des Brustkorbs und biochemische Effizienz.

  2. EMOTIONALE REGULATION: Techniken, um Emotionen zu kanalisieren, zu lösen oder bewusst zu erleben.

  3. MENTALE EBENE: Fokus schärfen, Grenzsituationen meistern und die innere Kommunikation verbessern.

  4. PERSÖNLICHE ENTDECKUNG: Das explorative Erforschen des eigenen Potenzials.

 

FUNKTIONELLE ATMUNG: DAS FUNDAMENT IM ALLTAG

Der Bereich der funktionellen Atmung ist der wichtigste Startpunkt. Das Ziel ist es hier, den Körper physiologisch optimal aufzustellen. Ein wichtiger Tipp von Timo: Übertreibe es am Anfang nicht! Oft reicht schon eine zehnminütige Session pro Woche, um einen positiven Effekt zu spüren.

Viel effektiver als starre Zeitfenster ist die Integration in den Alltag. Du kannst Atemübungen beim Schwimmen, Radfahren oder sogar während der Arbeit im Büro einbauen. Nutze die Zeit, die du sowieso hast, für CO2-Toleranz-Training oder Stretching-Übungen für den Atemraum. Dies verbessert deine Ausdauer und deine allgemeine Belastbarkeit durch Restorative Breathing.

 

EMOTIONALE REGULATION: HOCHFREQUENTE SESSIONS RICHTIG DOSIEREN

Wenn du gesundheitlich fit bist, kannst du mit hochfrequenten Atemsessions arbeiten, um emotionale Blockaden zu lösen. Techniken wie Electric Motion oder der Energy Flow schalten den präfrontalen Cortex kurzzeitig aus und bringen dich tief in dein Körpergefühl.

WICHTIGER WARNHINWEIS: Diese intensiven Sessions sind ein echtes Workout für dein Nervensystem. Timobetont, dass man hochaktive Übungen wie Electric Motion maximal einmal pro Woche, manchmal sogar nur alle zwei Monate machen sollte. Eine tägliche Überaktivierung führt eher zu Erschöpfung als zu Energie. Gib deinem System Zeit zur Reflektion und Integration.

 

MENTALE STÄRKE: DIE GRENZEN DES KOPFES ERWEITERN

Auf der mentalen Ebene geht es darum, Grenzsituationen – wie lange Luftanhaltephasen – bewusst zu beobachten. Hierbei lernst du, die Rolle des Beobachters einzunehmen.

 

DIE TECHNIK DER “ZWEITEN PERSON”

Wenn es körperlich anspruchsvoll wird, hilft es, sich selbst von außen zu betrachten. Frage dich in der Atempause: Ist das gerade eine echte körperliche Grenze oder nur mein Kopf? Meistens ist es der Geist, der zuerst aufgeben will. Durch gezieltes mentales Training und eine positive Selbstkommunikation kannst du diese Grenzen sanft verschieben.

ÜBUNG FÜR MENTALE KLARHEIT:

Versuche, deine Atemfrequenz über einen längeren Zeitraum auf unter drei bis zwei Atemzüge pro Minute zu reduzieren. Nutze Techniken wie den Triangle Breath (z.B. 15 Sek. einatmen, 30 Sek. halten, 15 Sek. ausatmen). Das ist Wellness für dein Gehirn und eine hervorragende Challenge für deinen Fokus.

 

EXPLORATIVER MODUS: DIE ENTDECKUNGSREISE BEGINNEN

Wenn du einfach nur wissen willst, was Atmung mit dir machen kann, ist der explorative Modus ideal. Hierbei kombinierst du verschiedene Ansätze über die Woche verteilt:

  • Montag: Eine hochaktivierende Morgen-Session für den perfekten Start.

  • Dienstag: Ein explorativer Check-in – was braucht mein Körper heute? Ruhe oder Bewegung?

  • Mittwoch: Fokus auf die Beobachtung des Atems im Alltag und eine regenerative Session am Abend.

  • Donnerstag: Arbeit an der CO2-Toleranz und funktionelle Übungen.

  • Freitag: Eine intensive Session (z. B. Electric Motion), um die Woche emotional abzuschließen.

  • Wochenende: Zeit für Integration und Reflexion.

Um in diesen Modus tief einzutauchen, empfiehlt Timo, externe Stimulanzien wie Koffein oder Nikotin zeitweise wegzulassen, um die feinen Signale des Körpers besser wahrnehmen zu können.

 

PRAKTISCHE TIPPS FÜR DEINEN START

Egal, welches Ziel du verfolgst, behalte diese drei goldenen Regeln im Kopf:

  1. START SMALL: 10 Minuten fest eingeplante Zeit pro Woche sind wertvoller als ein stundenlanger Plan, den du nie umsetzt.

  2. RAUM SCHAFFEN: Besonders für emotionale und mentale Sessions brauchst du einen ungestörten Rückzugsort – sei es ein ruhiges Zimmer oder ein Platz im Wald.

  3. FUNKTION VOR INTENSITÄT: Lerne erst, wie dein Körper atmet, bevor du in die extremen Techniken gehst. Die Restorative Breathing Basics sind das Fundament für alles Weitere.

 

GEMEINSAM TIEFER GEHEN: EVENTS UND AUSBILDUNG

Wenn du das Gefühl hast, alleine nicht weiterzukommen, oder die Kraft der Gruppe spüren möchtest, gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Von den Breathwork Days über intensive Retreats (z. B. in Tamanga oder im Rosenhof) bis hin zur umfassenden Breathwork Coach Ausbildung – die Community bietet dir den Rückhalt, den du für deine Reise brauchst. Dort betreut dich Timo persönlich und hilft dir, die Techniken zu perfektionieren.

 

Deine Atempraxis muss kein starres Konstrukt sein. Sie darf ein Spiel sein, eine Entdeckung deiner selbst. Beginne funktionell, integriere den Atem in deinen Alltag und traue dich ab und zu an die intensiven Erfahrungen heran – immer mit dem nötigen Respekt vor deinem Nervensystem.

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