#115 – 3 Atem-Hacks aus dem Apnoetauchen für deinen Alltag

Atempause Podcast Cover mit Timo Niessner
In dieser Episode verrate ich dir 3 Atem-Hacks aus dem Apnoetauchen.
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3 ATEM-HACKS AUS DEM APNOETAUCHEN FÜR DEINEN ALLTAG:

INNERE RUHE UND FOKUS AUF KNOPFDRUCK

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der Atempause! Ich bin Timo von Restorative Breathing, und heute tauchen wir tief ab – und zwar in die Welt des Apnoetauchens. Vielleicht fragst du dich, was Extremsportler, die minutenlang die Luft anhalten, mit deinem stressigen Büroalltag zu tun haben? Die Antwort ist: Alles. Die Techniken, die uns unter Wasser am Leben erhalten und für innere Ruhe sorgen, sind genau die Werkzeuge, die du brauchst, um Stressresilienz aufzubauen und einen klaren Fokus zu behalten.

Bevor wir in die drei spezifischen Atem-Hacks einsteigen, ein kleiner Hinweis: Am 5. April erscheint mein Buch “Frei Atmen“. Es ist die Essenz des Apnoetauchens für deine mentale Gesundheit. Wenn du also noch tiefer in die Materie eintauchen willst, schau gerne in die Shownotes. Doch jetzt lassen uns direkt mit den Übungen starten, die du sofort und überall anwenden kannst.

WARUM ATEMTECHNIKEN AUS DEM APNOETAUCHEN?

Im Apnoetauchen geht es nicht nur darum, die Luft anzuhalten. Es geht um eine extrem entspannte Vorbereitung, sowohl auf mentaler als auch auf körperlicher Ebene. Wir müssen lernen, aktiv loszulassen und vom Außen ins Innen zu kommen.

Für deinen Alltag bedeutet das: Du kannst diese Techniken nutzen, um Lampenfieber zu drosseln, starke Emotionen abzufangen und in hitzigen Gesprächen sachlich zu bleiben. Zudem trainieren wir ganz nebenbei unsere CO2-Toleranz. Ein höherer CO2-Spiegel im Blut sorgt (über den sogenannten Bohr-Effekt) für eine bessere Sauerstoffversorgungdeines Gehirns und deiner Muskeln. Das Ergebnis? Höhere Konzentrationsfähigkeit und Gelassenheit.

ATEM-HACK 1: DAS MENTALE UND KÖRPERLICHE LOSLASSEN

Dieser Hack ist perfekt, wenn du merkst, dass die Aufregung steigt oder du dich von äußeren Reizen überflutet fühlst. Ziel ist es, die äußerliche Wahrnehmung zu reduzieren und ganz bei dir anzukommen.

SO FUNKTIONIERT DIE ÜBUNG:

  1. Schließe deine Augen (außer du fährst gerade Auto!).

  2. Atme langsam durch die Nase ein.

  3. Atme nun extrem langsam durch den Mund aus. Forme deine Lippen dabei zu einem kleinen “O” (wie ein Duckface).

  4. Wenn die Luft raus ist, halte kurz inne.

  5. Der wichtigste Schritt: Lass während der Atempause deine Schultern fallen, entspanne dein Gesicht und mache deinen Bauch ganz locker.

  6. Lass dein Kinn leicht auf die Brust sinken und spüre das Loslassen.

Wiederhole diesen Zyklus fünf- bis sechsmal. Du wirst merken, wie du sofort ruhiger wirst und dein System herunterfährt.

ATEM-HACK 2: LEICHTE AKTIVIERUNG OHNE STRESS

Beim Apnoetauchen wollen wir vor dem Abtauchen zwar entspannt, aber nicht schläfrig sein. Wir brauchen eine leichte Aktivierung, um physisch bereit zu sein, ohne das sympathische Nervensystem zu überfordern. Viele moderne Breathwork-Techniken pushen den Körper zu stark – wir suchen hier jedoch die Balance.

SO FUNKTIONIERT DIE ÜBUNG:

  1. Atme zuerst einmal komplett aus, bis die Lungen leer sind.

  2. Atme nun sehr langsam ein und fülle alle Atembereiche: vom Bauch über die Brust bis hoch zu den Schlüsselbeinen. Wir streben eine 100% volle Einatmung an.

  3. Halte kurz am obersten Punkt, um den Fokus zu wechseln.

  4. Atme nun so langsam wie möglich wieder aus (wieder durch das kleine “O” der Lippen).

  5. Wiederhole das Ganze für drei Runden ohne Pausen zwischen Ein- und Ausatmung.

Dieser Hack hilft dir, aus einer lethargischen Phase oder Mittagsmüdigkeit herauszukommen. Du nimmst über die Einatmung Energie auf und gibst über die Ausatmung mental Ballast ab. Es ist der ideale Modus zwischen Entspannung und Präsenz.

ATEM-HACK 3: DER UMGANG MIT HOHEM DRUCK (CO2-TOLERANZ)

Dies ist die “Königsdisziplin”. Unter Wasser, wenn wir wieder auftauchen, entstehen oft unruhige Gedanken oder körperliche Spannungen. Dieser Hack trainiert dich darin, bei hohem mentalem Druck die Ruhe zu bewahren. Es ist ein exzellentes CO2-Toleranz-Training, das dir hilft, Grenzerfahrungen im Alltag (wie Panikattacken oder extreme Stressmomente) besser zu meistern.

 

SO FUNKTIONIERT DIE ÜBUNG (DIE STUFEN-ATMUNG):

  1. Atme nur zu etwa 80% ein (nicht ganz voll).

  2. Atme nun die Hälfte davon aus, sodass deine Lunge noch zu ca. 50% gefüllt ist. Halte hier die Luft an.

  3. Wenn der erste leichte Atemreiz kommt, atme wieder die Hälfte ab, bis du nur noch bei 25% Füllung bist. Halte erneut die Luft an.

  4. Versuche, alles locker zu lassen: Gesicht, Schultern, Bauch. Schenk dir selbst ein Lächeln.

  5. Atme schließlich alles aus, lass den Bauch weich werden und atme erst dann wieder entspannt ein.

Diese Übung bringt dich an deine mentale Grenze. Wenn du lernst, in diesem Moment der Atemnot zu lächeln und körperlich locker zu bleiben, kann dich im stressigen Alltag so schnell nichts mehr aus der Fassung bringen.

FAZIT: DEIN ATEM ALS STÄNDIGER BEGLEITER

Die Techniken von Restorative Breathing sind kein “Muss”, sondern ein “Kann”. Du musst dich nicht täglich 30 Minuten hinsetzen. Du kannst mit deiner Atmung spielen – in der Bahn, im Büro oder vor dem Einschlafen. Such dir von diesen drei Hacks den einen heraus, der sich für dich am besten anfühlt, und integriere ihn in deine Routine.

Wenn du tiefer in die funktionelle Atmung einsteigen willst oder dich für die Breathwork Coach Ausbildung interessierst, schau auf unserer Website vorbei. Der nächste Essentials-Kurs startet am 6. April!

Danke fürs Mitmachen und Zuhören. Bleib entspannt, bleib fokussiert.

Dein Timo

Bring deine Atmung auf ein neues Level im wöchentlichen Atempause-Atemtraining oder mit dem kostenlosen 7-Tage-Atemjournal
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